Keine Heilung bei resistenten Bakterien?
So wie Amerikaner auf alles schießen was sich bewegt, verschreiben viele Ärzte Antibiotika gegen jeden Bakterienbefall. Was für den Patienten vielleicht im ersten Moment schön ist, schließlich zeigen die starken Medikamente schnell eine Wirkung, endet jetzt jedoch in einer großen Katastrophe. Bereits seit Jahren wüten in deutschen Kliniken Bakterienstämme, die gegen die gewöhnliche Behandlung mit Antibiotika und seinen wirkstoffverwandten Mitteln immun sind. Doch wie bekämpft man sie dann?
Multi-resistente Bakterienstämme
Die Abkürzung MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Stämme solcher Art sind gegen alle bisherigen Antibiotika immun. Sie entwickelten sich in schönster darwinscher Manier an den Orten, an denen sie am häufigsten mit Antibiotika in Kontakt kamen: Krankenhäusern. Während das ursprüngliche Bakterium starb, blieben einige zurück. Sie überlebten aufgrund einer Mutation und pflanzten sich fort. So verbreiteten sie sich, mit Hilfe mangelnder Hygiene, in vielen Kliniken. Denn leider beinhalten manche dort benutzte Reinigungsmittel mit eigentlich desinfizierender Wirkung Verbindungen, denen gegenüber der Erreger genauso immun ist. Im Moment kann man nur mit einigen Reserveantibiotika versuchen, den Befall in Griff zu bekommen. Bei genesenden Patienten werden auch die Medikamente abgesetzt, in der Erwartung, dass die wieder einsetzende normale Arbeitsweise des Körpers die Bakterien selbst vertreibt. Trotzdem schätzt man, dass die Zahl der Toten pro Jahr bereits bei 40.000 liegt.
Ein Superbakterium breitet sich aus
Diese Lage verschlimmert sich noch durch das Verbreiten des Keimes NDM-1, dem Neu-Delhi-Metallo-Beta-Lactamase. Besonders verbreitet in Indien und Pakistan wird er nun durch Urlauber auch in unsere Ländern gebracht. Dieses Bakterium ist sogar bereits gegen die Reserveantibiotika immun. Das Antibiotika in den Ursprungsländern nicht verschreibungspflichtig ist, wird als eine Hauptursache für das Entstehen angesehen. Leider wissen die Forscher noch nicht, wie sie diesem Superbakterium entgegentreten sollen.